Die Menschen von Tägerwilen
Wikidata kennt 22 Menschen, die in Tägerwilen geboren oder gestorben sind, hier gewohnt oder gewirkt haben. 20 davon tragen eine Bezeichnung und stehen hier mit Namen. Zu 19 steht ein recherchierter Lebenslauf — jeder Satz mit Beleg.
- 16geboren
- 6gestorben
- 2gewirkt
- 1begraben
Vor 1500 1

Nikolaus von Frauenfeld
1288 – 2. August 1344gestorben
Nikolaus von Frauenfeld studierte 1305 in Bologna und war Domherr in Konstanz. 1334 wählte ihn die Mehrheit des Konstanzer Domkapitels zum Bischof; er setzte sich gegen den vom Kaiser unterstützten Albrecht von Hohenberg durch und blieb bis 1344 im Amt.
Mit Tägerwilen verbunden: Er starb am 25. Juli 1344 auf der Burg Kastell bei Tägerwilen. Bestattet wurde er im Konstanzer Münster.
Die Quellen widersprechen sich: Wikidata nennt den 2. August 1344 als Todestag, das Historische Lexikon der Schweiz und die Wikipedia den 25. Juli 1344. Wikidata gibt ausserdem 1288 als Geburtsjahr; HLS und Wikipedia sagen nur «vor 1288».
17. Jahrhundert 1
Johann Jacob Wagner
1641 – 1695geboren
Johann Jakob Wagner war Arzt und Naturforscher in Zürich. Nach Studien unter anderem in Heidelberg schloss er 1667 in Orange das Medizinstudium ab und eröffnete im selben Jahr eine Praxis in Zürich; 1670 wurde er Waisenhausarzt, 1692 zweiter Stadtarzt. Ab 1677 betreute er die Zürcher Stadtbibliothek, 1680 veröffentlichte er die «Historia naturalis Helvetiae curiosa».
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde am 27. April 1641 in Tägerwilen als Sohn eines reformierten Pfarrers geboren. Noch im Geburtsjahr zog die Familie nach Zürich.
18. Jahrhundert 2
Caspar David Hardmeyer
1772 – 10. Mai 1832geboren
Kaspar David Hardmeyer studierte Theologie in Zürich und Wien und wurde nach der Ordination 1795 Pfarrer der reformierten Gemeinde in Bayreuth. 1799 suspendierte ihn die Zürcher Kirchenbehörde wegen «Neologie». Ab 1802 unterrichtete er in Zürich; 1810 kaufte er dort den Brunnenturm und gründete darin eine Privatschule.
Mit Tägerwilen verbunden: Laut Gemeinsamer Normdatei (GND) wurde er am 23. Februar 1772 in Tägerwilen geboren. Weitere Verbindungen zum Ort sind nicht belegt.
Die Quellen widersprechen sich: Namensform schwankt (GND: Hardmeyer, David Kaspar; Wikipedia: Kaspar David Hardmeier). Die Wikidata-Beschreibung nennt «zwischen 23. und 25. Februar 1772»; die GND hat 23.02.1772.
Johannes Hippenmeyer
5. Mai 1779 – 21. März 1854gestorben
Johannes Hippenmeyer, Sohn eines Wirts aus Gottlieben, erhielt eine militärische Ausbildung in österreichischen Diensten. 1804 regte er das thurgauische Freikorps zu Pferd an und kommandierte es bis 1818; 1815–1831 sass er im Thurgauer Kantonsrat. 1848 wurde er Oberstleutnant im eidgenössischen Generalstab.
Mit Tägerwilen verbunden: Ab 1832 besass er den Freisitz Hertler in Tägerwilen, wo er am 21. März 1854 starb.
19. Jahrhundert 8

Johann Konrad Egloff
31. August 1808 – 20. Oktober 1886geboren, hat hier gewirkt, gestorben und begraben
Johann Konrad Egloff war zunächst kaufmännischer Angestellter in Winterthur, dann Landwirt. 1848–1858 war er Thurgauer Regierungsrat (Inneres, Militär) und schuf die kantonale Militärorganisation von 1852; später war er Kreispostdirektor in Zürich und Oberrichter. Im Sonderbundskrieg 1847 war er als Kommandant der 1. Brigade massgeblich am Sieg der Bundesarmee bei Gisikon beteiligt.
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde in Tägerwilen geboren, bewirtschaftete dort das Gut Okenfiner (heute Haus zum Okenfiner) und war 1831–1837 Friedensrichter des Kreises Tägerwilen. Er starb 1886 in Tägerwilen und wurde dort beigesetzt.
Die Quellen widersprechen sich: Wikidata beschreibt ihn als «Schweizer Nationalrat»; der HLS-Artikel nennt kein Nationalratsmandat (Nationalrat 1897–1904 war sein gleichnamiger Sohn, Q77884195). Wikipedia führt ihn nur per Kategorie als Nationalrat, ohne Jahre.
Heinrich Müller
* 1814geboren
Heinrich Müller trat am 4. November 1837 im Alter von 22 Jahren in die Akademie der Bildenden Künste München ein, Fach Malerei; sein Vater war Schneidermeister. Die GND führt ihn als Landschaftsmaler mit Wirkungsort München.
Mit Tägerwilen verbunden: Das Münchner Matrikelbuch verzeichnet als Herkunft «Degerweilen, Canton Thurgau», die GND nennt Tägerwilen als Geburtsort.
Die Quellen widersprechen sich: Wikidata nennt ihn «deutscher Maler»; laut Matrikelbuch stammte er aus Tägerwilen im Kanton Thurgau. Alter 22 im November 1837 passt zu 1814/1815; Todesdatum nirgends belegt.
Eduard Steiger
29. November 1821 – 1881geboren
Eduard Steiger besuchte das Lyceum in Konstanz, studierte Recht in Zürich und Berlin und arbeitete als Advokat in St. Gallen, ab 1845 in Flawil. Er war freisinniger St. Galler Kantonsrat und 1861–1873 Regierungsrat, 1866 Landammann. 1873 wurde er abgewählt, danach war er bis 1881 Gemeinderat und Gemeindammann in St. Gallen.
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde am 29. November 1821 in Tägerwilen geboren; sein Vater Mathias war Pfarrer.

Elise Egloff
12. Januar 1821 – 21. Februar 1848geboren
Elise Egloff lernte Näherin und kam 1841 als Kinder- und Nähmädchen nach Zürich. Im März 1846 heiratete sie in Trier den Anatomen Jacob Henle. Sie starb 1848 in Heidelberg.
Mit Tägerwilen verbunden: Sie wurde 1821 in Tägerwilen als uneheliche Tochter geboren und wuchs im Haus ihres Grossvaters auf, des Metzgers und Gemeindewirts Hans Jakob Egloff.
Johann Konrad Egloff, jun.
9. Juli 1838 – 2. März 1907geboren
Johann Konrad Egloff, Sohn des gleichnamigen Regierungsrats, studierte Recht und wurde 1862 Dr. iur. 1881–1907 war er Thurgauer Regierungsrat (Inneres, Volkswirtschaft) und 1897–1904 radikal-demokratischer Nationalrat; er vertrat vor allem landwirtschaftliche Interessen.
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde 1838 in Tägerwilen geboren, war dort 1862–1864 Anwalt und 1865–1881 Bezirksstatthalter von Gottlieben.

Hermann Müller
21. Oktober 1850 – 18. Januar 1927geboren — Müller-Thurgau-Haus
Hermann Müller-Thurgau war Pflanzenphysiologe und Rebenforscher. Ab 1876 leitete er die pflanzenphysiologische Versuchsstation in Geisenheim, 1891–1924 war er erster Direktor der Versuchsstation und Schule für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil. Bekannt wurde er durch die Rebsorte Müller-Thurgau, die er durch künstliche Bestäubung züchtete.
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde 1850 in Tägerwilen als Sohn eines Bäckermeisters und Rebbauern geboren. Vor seinem Geburtshaus in Tägerwilen steht eine Büste von ihm.
Konrad Straub
1867 – 1921geboren
Die Gemeinsame Normdatei (GND) führt Konrad Straub (1867–1921) als Jurist, Pfarrer und Politiker mit Wirkungsort Romanshorn.
Mit Tägerwilen verbunden: Laut GND wurde er 1867 in Tägerwilen geboren.
Die Quellen widersprechen sich: Wikidata nennt nur «Jurist»; die GND führt zusätzlich Pfarrer und Politiker. Das Thurgauer-Jahrbuch-Register nennt einen Pfarrer Konrad Straub *26.09.1867, †10.08.1921 (Jahrgang 1936) bzw. †11.08.1921 (Jahrgang 1924) – vermutlich dieselbe Person, aber nicht ausdrücklich verknüpft.
Paul Kaemmerer
1868 – 1950hat hier gewirkt
Paul Kämmerer war ein Maler (1868–1950), der an der Kunstschule in Stuttgart studierte. Ab 1891 zeigte er Gemälde unter anderem im Münchner Glaspalast und im Pariser Salon; seit den 1920er Jahren ist er in München nachweisbar.
Mit Tägerwilen verbunden: Laut einem Künstlerporträt beim Auktionsportal Invaluable lebte er ab 1900 längere Zeit in Tägerwilen.
Die Quellen widersprechen sich: Wikidata nennt Stuttgart als Geburts- und Sterbeort ohne Beleg; Geburtsort Stuttgart erscheint nur in Auktionstiteln (Hampel, Eppli), der Sterbeort ist nicht gesichert. Einzige Quelle für Tägerwilen ist ein Auktionsportal (Invaluable); eine lexikalische Quelle fehlt.
20. Jahrhundert 6

Hermann Fehr
1909 – 1992gestorben
Hermann Fehr war ein Schweizer SP-Politiker. Er trat 1934 in die Eidgenössische Zollverwaltung ein, war ab 1948 Gemeindeschreiber und Steuersekretär und 1961–1975 Ortsvorsteher in Ermatingen. Acht Jahre sass er im Grossen Rat des Kantons Thurgau.
Mit Tägerwilen verbunden: Er starb am 27. April 1992 in Tägerwilen; weitere Verbindungen zum Ort sind nicht belegt.
Heinrich Ammann
1914 – 2003geboren
Heinrich Ammann war 1934–1958 Primarlehrer in Felben und danach bis 1978 in Frauenfeld. 1973 wurde er erster Konservator der Thurgauischen Kunstsammlung in der Villa «Sonnenberg» in Frauenfeld.
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde 1914 in Tägerwilen geboren und wuchs dort auf; sein Vater war Kupferschmied.
Hans E. Tütsch
27. März 1918 – 26. April 2003geboren
Hans Emanuel Tütsch war Journalist. Ab 1944 war er Redaktor beim Grenchner Tagblatt, danach bei der Auslandredaktion der NZZ; 1947–1949 berichtete er aus Prag, Budapest, Belgrad und Berlin. Von 1972 bis 1981 war er USA-Korrespondent in Washington, D.C.
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde am 27. März 1918 in Tägerwilen geboren; weitere Verbindungen zum Ort sind nicht belegt.
Charly Böhler
30. Juli 1936 – 22. März 2021geboren
Charly Böhler lernte Bootsbauer und trat Anfang der 1960er-Jahre eine Stelle bei der Bootswerft Stäheli in Altnau an, wo er eine Segelschule gründete. 1967 war er an der Gründung des Altnauer Segelclubs beteiligt, den er später lange präsidierte.
Mit Tägerwilen verbunden: Er ist in Tägerwilen aufgewachsen; die GND nennt Tägerwilen auch als Geburtsort.
Die Quellen widersprechen sich: Der Nachruf nennt keinen Geburtsort, nur Tägerwilen als Ort des Aufwachsens; den Geburtsort Tägerwilen belegt nur die GND. GND-Variante: Karl Herbert Böhler.

Ernst Ammann
* 24. Januar 1941geboren
Ernst Ammann ist ein ehemaliger Schweizer Hammerwerfer des SC Liestal. An den Olympischen Sommerspielen 1968 schied er als 19. in der Qualifikation aus. Seine Bestweite von 68,74 m erzielte er 1971.
Mit Tägerwilen verbunden: Er wurde am 24. Januar 1941 in Tägerwilen geboren; weitere Verbindungen zum Ort sind nicht belegt.
21. Jahrhundert 1
Ohne Lebensdaten 1
Mirta Ammann
Lebensdaten unbelegtgeboren
Die Gemeinsame Normdatei (GND) führt Mirta Ammann (auch Mirta Ammann Schefer) als Komponistin.
Mit Tägerwilen verbunden: Laut GND wurde sie in Tägerwilen geboren.
Die Quellen widersprechen sich: Keine Lebensdaten belegt. Ihre Website (clownmili.ch) lieferte keine abrufbaren biografischen Angaben.
Die Menschen in Zahlen
- 16geboren
- 6gestorben
- 2gewirkt
- 1begraben
Nach Geburtsjahrhundert
- 13. Jh.1
- 17. Jh.1
- 18. Jh.3
- 19. Jh.8
- 20. Jh.7
- 21. Jh.1
21 der 22 tragen ein Geburtsjahr.
Die häufigsten Berufe
- Politiker3
- Maler2
- Naturwissenschaftler1
- Komponist1
- Sänger1
- Kaufmann1
- Jurist1
- Bootsbauer1
- Bibliothekar1
- Künstler1
- Journalist1
- katholischer Bischof1
- Botaniker1
- Pflanzenphysiologe1
- religiöse Besetzung1
Gezählt sind 22, aufgeführt sind 20: Die Differenz sind Einträge, die in Wikidata keine Bezeichnung tragen und für eine Leserin nichts hergäben. Die Berufe sind Mehrfachnennungen: Wer als Arzt und Hochschullehrer geführt wird, steht in beiden Zeilen.
Namen, Lebensdaten und Rollen stammen aus Wikidata (CC0).Die Lebensläufe sind am 25. September 2026 recherchiert, vor allem im Historischen Lexikon der Schweiz und in der Wikipedia; der Beleg steht an jeder Person. Was dort nicht zu finden war, steht hier nicht — und die Person bleibt mit dem stehen, was Wikidata belegt.